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Tomaten – vielfarbige Allroundtalente
„Rot, rund und im besten Fall süß-aromatisch“. So oder ähnlich würden wohl die meisten Menschen eine Tomate beschreiben. Dass dies eine mehr als unzureichende Darstellung der Tomate ist, zeigt sich bei genauerem Betrachten der umfangreichen Sorten- und Farbvielfalt, sowie der zugrundeliegenden Entwicklungs- und Kultivierungsgeschichte.
Herkunft und Geschichte
Die ursprüngliche Wildform der Tomate, welche unserer heutigen Kirschtomate stark ähnelt, ist in Mittel- und Südamerika beheimatet. Samenfunde bei Ausgrabungen belegen, dass die Ureinwohner bereits schon 200 Jahre vor Beginn der christlichen Zeitrechnung, die von ihnen „xitomatl“ genannte Pflanze kultivierten.
Mit der Entdeckung Amerikas gelangte die Tomate zusammen mit der Kartoffel nach Europa. Dort wurde sie im 17. und 18. Jahrhundert vor allem als Zierpflanze angebaut und zu pharmazeutischen Zwecken verwendet.
Für die kulinarische Seite der Früchte konnten sich zunächst nur die Spanier und Italiener erwärmen, doch bereits um 1900 entdeckten auch die Deutschen die Tomate für sich und ihre Küche.
Heute verzehrt der durchschnittliche Bundesbürger zwischen 20 und 22 kg Tomaten pro Jahr, wobei rund die Hälfte dieser Menge roh gegessen wird.
Nur ein kleiner Teil der in Deutschland konsumierten Tomaten stammt dabei aus dem heimischen Anbau. In der EU produzieren v.a. Italien und Spanien den größten Anteil; weltweit betrachtet ist China mit ca. 31 Millionen Tonnen führend.
Botanik und Sortenvielfalt
Botanisch betrachtet gehört die Tomate ebenso wie die Kartoffel zur Familie der Nachtschattengewächse.
Die Früchte (eigentlich Beeren) der krautartigen Pflanze können je nach Sorte in ihrer Größe zwischen 1,5 cm (Cherrytomaten) bis hin zu 20 cm und mehr (z.B. die Sorten „Ananas“, „Gigant“ oder „Goliath“) variieren. In farblicher Hinsicht reicht das Spektrum von cremeweißen, über gelbe und orange Nuancen über die sicherlich bekannteste rote Färbung bis hin zu violetten, schwarzen und grünen Farbgebungen. Dass diese dabei keinesfalls gleichmäßig einfarbig ausfallen muss, zeigen verschiedene Sorten mit mehrfarbiger, gefleckter oder gestreifter Optik.
Auch die Anzahl der einzelnen Kammern im Inneren können je nach Sorte stark schwanken. Bei den Formen lassen sich zudem runde, flachrunde, birnenförmige, herzförmige, faltige und viele andere Ausformungen unterscheiden.
Weltweit sind derzeit etwa 2500 verschiedene Sorten bekannt. Zusammen mit den noch nicht namentlich erfassten und dokumentierten Sorten schätzt man die Anzahl sogar auf mehr als das Doppelte.
Aroma und Inhaltsstoffe
Während früher das Augenmerk der Züchter hauptsächlich auf Eigenschaften wie guter Transportfähigkeit, festem Fruchtfleisch und guter Haltbarkeit lag, werden heute wieder eher die geschmacklichen Aspekte fokussiert.
Für den Geschmack und das Aroma der Tomaten ist das feine Zusammenspiel von fruchteigenem Säure- und Zuckergehalt entscheidend. Die besonders beliebten Cherry- und Cocktailtomaten haben einen Zuckergehalt von ca. 8% und sind deshalb in der Regel besonders schmackhaft. Eine gewöhnliche „Durchschnittstomate“ enthält im Vergleich dazu nur ca. 4-5 g Zucker auf 100g Frischgewicht.
Tomaten sind jedoch nicht nur sehr schmackhaft, sie verfügen auch über zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe, welche unserer Gesundheit zuträglich sind. Sie liefern unter anderem die Vitamine A, C, E, B1, B2 und Niacin, sowie reichlich Mineralstoffe v.a. in Form von Kalium. Darüber hinaus findet man aber auch reichlich Ballaststoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe in dieser Frucht.
In der Vergangenheit stand auch das in größerer Menge enthaltene Lykopin intensiv in der Diskussion. Der rote, zu den Carotinoiden zählende Farbstoff wirkt stark antioxidativ und sollte laut einiger Untersuchungen das Risiko für die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen senken. Neuere Studien konnten diese Ergebnisse jedoch nicht mehr stützen.
Tipps rund um die Tomate
- Tomaten sollten nach Möglichkeit nicht im Kühlschrank gelagert werden. Die beste Haltbarkeit und einen aromatischen Geschmack erhält man bei einer Lagerung um die 16°C (z.B. im Keller). – Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten, sollte man Tomaten nicht länger als 5 Tage aufbewahren. – Es empfiehlt sich Tomaten getrennt von anderem Obst und Gemüse zu lagern, da sie ein Reifegas (Ethen) ausscheiden, welches die Reifung und den Verderb benachbarter Früchte/Gemüse beschleunigt. – Für Suppen und Soßen eignen sich aus ernährungsphysiologischer Sicht Dosentomaten besser als Frischware, da der Gehalt an Vitaminen und anderen wertvollen Inhaltsstoffen aufgrund der besseren Ausreifung und direkten Vorortverarbeitung der Dosenware im Erzeugerland, teilweise deutlich höher ist. – Entfernen Sie stets alle grünen Stellen, sowie den Stielansatz vor dem Verzehr oder der Zubereitung der Tomaten. Das darin enthaltene Tomatidin (bei Kartoffeln Solanin genannt) ist hitzestabil und schwach giftig.
Kulinarischer Küchen-Allrounder
Man wird wohl kaum eine zweite so vielseitig verwendbare „Gartenfrucht“ wie die Tomate finden. Egal ob roh oder gegart, süß oder salzig die Tomate schmeckt einfach immer.
Probieren Sie doch mal die süße Variante in Form einer selbstgekochten Tomaten-Hagebutten-Marmelade auf einem schönen knackigen Butter-Kleverle. Oder bevorzugen Sie doch lieber etwas Herzhaftes? Wie wäre es dann mit gefüllten und mit Ziegenkäse überbackenen Ofentomaten oder einer duftenden Tomaten-Kräuter-Suppe mit Keims Tomaten-Mozarella-Rad?
Und falls Sie es einmal eilig haben und etwas für den schnellen Hunger suchen, so werden Sie bei uns auch gerne mit einer leckeren Tomaten-Mozarella-Laugenstange bedient.

